Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1827)
Entstehung
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Abdankungsurkunde, und empfing dafuͤr das Her⸗ zogthum Braganza und das Verſprechen eines Jahr⸗ gehaltes von 100,000 Thalern. Nur die Erklaͤrung der Nichtigkeit ſeiner Ehe verweigerte er ſtandhaft, dem Vernehmen nach, aus religioͤſen Gruͤnden. Aber der Infant kehrte ſich nicht hieran, ſondern nahm von dem Bette wie von dem Throne ſeines Bruders zu gleicher Zeit Beſitz. In allen Staͤd⸗ ten und Flecken wurde ihm als Herrn gehuldigt, und die Kortes, welche bereits vor der aͤrgerlichen Scene vom 21. bis 23. November einberufen wor⸗ den waren, beſtaͤtigten, treulos genug, und ihrer Stellung voͤllig uneingedenk, den Uſurpator in ſei⸗ ner Wuͤrdd.

Um die Geiſtlichkeit zur Billigung des ehebre⸗

cheriſchen Schrittes zu gewinnen, und das erwa⸗

chende Gewiſſen der Koͤnigin ſelbſt zu beſchwichti⸗ gen, beredeten heuchleriſche Lobdiener des neuen Regenten D. Alfonſo, dem die Beſchraͤnkung der Freiheit unertraͤglich fiel, durch Verheißung voͤlligen Genuſſes derſelben, zu einer ſchimpflichen Erklaͤ⸗ rung, welche er jedoch bald darauf, zumal das ge⸗ gebene Verſprechen nicht erfuͤllt wurde, wieder zu⸗ ruͤcknahm. Eben ſo ſammelte man von luͤderlichen Dirnen, mit welchen der Koͤnig ſich vergangen ha⸗ ben ſollte, erdichtete Geſtaͤndniſſe. Und nun trug das geiſtliche Gericht fuͤrder kein Bedenken mehr, die Eheſcheidung feierlich auszuſprechen, und ſomit auch die gänzliche Freiheit beider Theile, mit ihrer Perſon nach Belieben ſchalten zu koͤnnen. Durch franzoͤſiſche Vermittelung, zumal von Seiten des Kardinals von Vendome und Ludwigs KIV. ſelbſt,