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Beide herrſchſuchtige Naturen, die Koͤnigin und der Graf, begegneten ſich ſehr bald feindlich auf ihrem Wege. Erſtere ergriff den naͤchſten beſten Vorwand, ſich uͤber die Spaͤrlichkeit ihrer Ein⸗ künfte, uͤber geringſchaͤtzige Behandlung und uͤber kränkenden Ausſchluß von allen Regierungsgeſchaͤf⸗ ten gegen den erſten Miniſter zu beklagen. Der Staatsſekretär, D. Antonio Souſa de Ma⸗ cedo, als Geſchichtſchreiber unter den Portugieſen hochachtbar, und von ihr zum Vertrauten dieſer Beſchwerde gewaͤhlt, widerlegte ſie mit Gruͤndlich⸗ keit und Nachdruck. Die Koͤnigin wurde bitter und heftig. Souſa, die Wuͤrde des Staates in dieſem Augenblicke hoͤher achtend, als jede andere Ruͤckſicht, redete in gleichem Tone und es kam zu wechſelſeiti⸗ gen Beleidigungen. Die Koͤnigin bruͤtete Rache, klagte uͤber erlittene Kraͤnkung, wuͤthete ſchonungs⸗ los wider Caſtel⸗Melhor, und vermochte endlich durch Bitten und Raͤnke ſo viel uͤber den gutmuͤthi⸗ gen Gemahl, daß Souſa von den Geſchaͤften und dem Hofe fuͤr eine Weile entfernt wurde.
Seiner kraͤftigſten Stuͤtze beraubt, ſtand der Graf jetzt allein da, allen Pfeilen einer auf Empoͤ⸗ rung ſinnenden Partei preisgegeben. Der Infant D. Pedro und die Koͤnigin vereinigten ſich in ihren Anſtrengungen, um auch den verhaßten Miniſter, wie den Staatsſekretaͤr, von der Spibe der Ge⸗ ſchaͤfte zu verdraͤngen. Erſterer ſtellte ſich als in ſeiner perſoͤnlichen Sicherheit gefäͤhrdet durch den Grafen dar, erhob bittere Klagen uͤber erlittene Kraͤnkungen und machte Anſtalten zur Abreiſe aus Lisbva. Das hetrogene Volk, von den Jeſuiten bear⸗


