wußte. Dom Pedro, der Mutter Liebling, und Alfonſo gehaßt, ward unter Aufſicht gehalten, je⸗ doch ganz ſeinem Range gemaͤß behandelt.
Der ſpaniſche Krieg nahm eine fuͤr die Waffen der Portugieſen glorreiche Wendung. In zwei Schlachten blieben ſie ſiegreich⸗ Die Schmeichelei 665 1665 beeilte ſich, dem Monarchen, welcher mehr als un⸗ ſchuldig an den errungenen Trophaͤen war, den Bei⸗ namen des„Siegreichen“ zu ertheilen. Aber bald verfinſterten ſchwere Gewitterwolken den heitern Himmel, und entluden ſich zuletzt mit zerſtorender Gewalt.
Trotz des allgemeinen Geruchtes von der Zeu⸗ gungs⸗Unfaͤhigkeit des Monarchen, beſchloß Caſtel⸗ Melhor aus politiſchen Ruͤckſichten, denſelben zu vermaͤhlen. Doch konnte in der That keine un⸗ gluͤcklichere Wahl in der Perſon der Gattin getrof⸗ fen werden, ſo man Alfonſo zugedacht, als diejenige der ſavoy'ſchen Prinzeſſin Marie Fransoiſe Eliſe von Nemours, bekannter oder beruͤchtigt unter dem Namen der Mademoiſelle d'Au⸗ male. Philibert II., Herzog von Savoyen, hatte zwei Bruͤder, Karl III.(Stammvater der jetzt noch regierenden Dynaſtie) und Philipp hinterlaſſen⸗ welch Letzterer in franzöſiſche Dienſte trat, und von Koͤnig Franz I. das Herzogthum Nemours zu Le⸗ hen erhielt. Sein Enkel, Heinrich, brachte durch die Verbindung mit Anna von Lothringen d'Au⸗ male an ſein Haus. Karl von Nemours⸗Aumale, der einzige Sohn Heinrichs, ſiel 1632 in einem Zweikampfe, und ſomit blieben blos zwei Toͤchter, als Erbinnen der wichtigen Beſitzungen, zuruͤck.


