Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1827)
Entstehung
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ſtiegen, als neuen Botſchafter nach Rom geſchickt, erfteuten ſich keines beſſern Erfolges. Auch dieſem wurden Hinterhalte gelegt, aber eben ſo wie die fruͤhern vereitelt. Monteiro mußte zuruͤck und die Sachen ſtanden auf dem alten Punkte, wie zwei Jahre zuvor. Die Spanier drohten mit ihrer Rache und wieſen alle Vorſchlaͤge mit Verachtung zuruͤck.

Als auf dieſe Weiſe und durch die gewoͤhnli⸗ chen diplomatiſchen Mittel uͤber den eingeſchuchter⸗ ten Papſt nichts vermocht werden konnte, und als ſelbſt die Fuͤrbitte der gallikaniſchen Kirche fruchtlos nach Rom gelangt war; verfiel man in Portugal auf allerlei Dinge, an die bisher in dem aͤußerſt er⸗ gebenen Lande noch nie war gedacht worden. Meh⸗ rere aufgeklaͤrte Staatsmänner und Prälaten zu Lisboa, welche dieſe Verhoͤhnung der Nationalwuͤrde ſchmerzte, riethen dem Koͤnige vier Punkte an, durch welche ſie den langwierigen Handel zuverſicht⸗ lich beendigen zu koͤnnen hofften. Dieſe Maßregeln hatten nichts Geringeres zum Zwecke, als den groͤß⸗ ten Theil der geiſtlichen Angelegenheiten dem päpſt⸗ lichen Einfluſſe zu entziehen, die Leitung derſelben den Landesbiſchoͤfen zu ͤbertragen und eine Art por⸗ tugieſiſcher Kirche, nach dem Beiſpiele der gallikani⸗

ſchen, zu bilden. Nur der Großinquiſitor und

die Jeſuiten, welche im ultramontaniſchen Einfluſſe ihre einzige Stuͤtze ſahen, retteten das wankende Anſehen des heiligen Stuhles. Man drohte mit zeitlichen und ewigen Strafen, und die Sache un⸗ terblieb; denn der Koͤnig, von nicht ſo entſchloſſe⸗ nem Charakter, wie ſein Vater, trug allerdings Scheu, ſein neugegruͤndetes Regiment durch einen Kampf mit den Roͤmlingen zu erſchuͤttern, aus wel⸗ chem, ohne vollige Losſage(und dies konnte kein Koͤnig von Portugal wollen), noch ſo Wenige ſieg⸗ reich hervorgegangen waren.Man ließ es druckt der ehrliche Gebauer mit breiter Witigkeit ſich aus bei dem Bloͤken der Schafe zu dem all⸗ gemeinen Hirten der Kirche bewenden.

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