Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1827)
Entstehung
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Die uͤberſeeiſchen Provinzen warfen bald hier⸗ auf den Zankapfel zwiſchen die Portugieſen und ihre Verbuͤndeten, die Hollaͤnder. Der gemeinſame Beſitz von Braſilien erregte zunaͤchſt den blutigen Kampf. Der Geiſt des Volkes war wider die kez⸗ zeriſchen Herren. Darum Empoͤrung an vielen DOrten und Sehnſucht nach dem alten, rechtglaͤubi⸗ gen Koͤnige. Mit dieſen Erſcheinungen wirkte zu⸗ gleich nachtheilig auf die braſiliſchen Angelegenheiten der Generalſtaaten ihr mit Kromwell, dem Pro⸗ tektor, begonnener Krieg. Sie erlitten in Afrika große Einbuße, und nach und nach ward ihnen al⸗ les geraubt, was ſie bisher in Braſilien behauptet. Dagegen blieben auf Ceylon die Hollaͤnder Meiſter und ſchloſſen die Portugieſen von jedem Antheile an 16451656 der reichen Handlung auf derſelben voͤllig aus.

Noch vier Jahre vor dieſem harten Verluſte ward das Herz des Koͤniges tief verwundet durch den Lloͤlichen Tod des hoffnungsvollen und feurigen Infanten, Dom Theodoſio, ſeines aͤlteſten Soh⸗ nes. Einige Zeit ſchon zuvor hatten Irrungen, zu⸗ naͤchſt durch die Jeſuiten veranlaßt, die Beiden von einander gehalten, und dem Prinzen war ſogar der Beſuch des Staatsrathes verwehrt worden. Nach ſeinem Tode enthuͤllten ſich nun erſt recht die ſchoͤ⸗ nen Eigenſchaften deſſelben, wenn man zwiſchen den beiden Bruͤdern, Theodoſio und Alfonſo, welch Letzterer alle ſeine Hoffnungen erbte, Vergleichun⸗ gen anſtellte. Nach wenigen Jahren folgte der koͤ⸗ nigliche Vater ſelbſt in die Gruft. Er empfahl ſter⸗ bend ſeiner Gemahlin die Sorge fuͤr ſeine Kinder, zumal den kuͤnftigen Koͤnig, und ſeinen Großen die Verherrlichung der Kirche und die Beſchuͤtzung des Reiches. Sechszehn Jahre hat D. Joao IVe, der Wiederherſteller der portugieſiſchen Monarchie, re⸗

giert; auf blos zwei und funfzig brachte er die 1656 Jahre ſeines Lebens.

Ende des erſten Baͤndchens.