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griffen wurde. Nur das bewaffnete Geleite, wel⸗ ches der Großbotſchafter Frankreichs in aller Eile ihm noch beigegeben, rettete ihn von dem Tode. Von beiden Theilen blieben Todte und Verwundete. Ungeachtet jedoch die Spanier erwieſenermaßen die argerliche Scene veranlaßt hatten, ſo war der Mar⸗ quis dennoch frech genug, den Biſchof als Beleidi⸗ ger des Voͤlkerrechtes anzuklagen; und als er von dem paͤpſtlichen Hofe nicht gleich die erforderte Ge⸗ nugthuung erhielt, unter ernſten Drohungen und mit allen ſpaniſchen Kardinaͤlen Rom zu verlaſſen, und nach den Abruzzen zu gehen. Er hielt Wort, und ſchon ruckte aus dem Neapolitaniſchen eine Ab⸗ theilung Kriegsvolk an die Grenze des Kirchenſtaa⸗ tes; da beſchloß der Papſt, den Schwaͤchern dem
Maͤchtigern, und die Wahrheit und das Recht der
Politik und dem Intereſſe aufzuopfern. Der Bi⸗ ſchof wurde bedeutet, er ſey in die Inquiſition ver⸗ fallen, und habe an des Papſtes Hoheit ſich ver⸗ griffen; darum koͤnne er ferner weder vor das An⸗ geſicht des heiligen Vaters gelaſſen, noch der Um⸗ gang mit andern Praͤlaten zu Rom ihm geſtattet werden. Demnach traf D. Miguel de Portugal Anſtalten zur Ruͤckreiſe. Noch einmal jedoch ge⸗ rieth er in Gefahr, durch die Spanier gemeuchel⸗ mordet zu werden, und der franzöſiſche Geſandte rettete ihn auch diesmal durch kraͤftige Gegenmaß⸗ regeln.
Die Bemuͤhungen des Nikolaus Mon⸗ teiro, welchen D. Johann W. einige Zeit ſpater, nachdem Giovanni Battiſta Pamphili, unter dem
Namen Innocentius X., den paͤpſtlichen Stuhl be⸗


