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zulaſſen und blos die dem katholiſchen Koͤnige zu⸗ kommenden Rechte zu verwahren.
Dawider erhob ſich eine anbere Partei, derje⸗ nigen, welchen ſolcher Machiavellismus von Sei⸗ ten des Oberhauptes der Chriſtenheit ſehr mißfiel, und welche, wenn auch Privatzwecke ſie an das Intereſſe Spaniens feſſelten, doch immerhin eine großartigere Geſinnung, als die erſtern, trieb. Dieſe glaubten, abgeſehen davon, daß mit Grundſaͤtzen zu maͤkeln und zu temporiſiren ſchimpflich ſey, wuͤrde der roͤmiſche Hof ſich durch die vorgeſchlagene Maß⸗ regel bedeutend auch noch in ſeinen Verhältniſſen zur Krone Spanien ſchaden, beſonders da man von derſelben allenthalben umgeben waͤre. Das Beſte unter den gegenwaͤrtigen Umſtaͤnden duͤrfte ſeyn, eine Friſt von zehn Jahren ſich auszubitten, binnen welcher es ſich zeigen wuͤrde, ob D. Joo von Bra⸗ ganza Macht genug beſitze, den ſo eben eingenom⸗ menen Thron fortzubehaupten, und der Papſt ſo⸗ mit ſich veranlaßt finden koͤnne, als Selbſtherrſcher von Portugal ihn anzuerkennen. Dieſe letztere Meinung ſiegte, und der Papſt, obgleich er dem Biſchofe von Lamego allen noͤthigen, voͤlkerrechtli⸗ chen Schutz verbuͤrgte, konnte durch alle Vorſtel⸗ lungen nicht dazu vermocht werden, demſelben eine oͤffentliche Audienz zu ertheilen.
Im Sommer 1642 noch war der Biſchof in der alten Hauptſtadt der chriſtlichen Welt eingetrof⸗ fen, und wollte, den 20ſten Auguſt, ſo eben den franzoſiſchen Geſandten beſuchen, als er auf oͤffent⸗ licher Straße von den Leuten des ſpaniſchen Ge⸗ ſandten, Marquis de los Velos, meuchleriſch ange⸗


