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ſeiner Anerkennung, bei dem heiligen Stuhle. Zu viele Verdienſte hatte Spanien um den Papſt und um das katholiſche Kirchenweſen ſich erworben, als daß man es wagen konnte, durch Sanktion des por⸗ tugieſiſchen Aufſtandes, jene Krone auf das Em⸗ pfindlichſte zu beleidigen. Damals ſaß Urban VIII. (Barberini) auf dem Stuhle Petri. Zu ihm wurde der Biſchof von Lamego, D. Miguel de Portu⸗ gal, in der wichtigen Angelegenheit geſendet; die Anerkennung zu hintertreiben, hatte der ſpaniſche Geſandte, Marquis de los Velos, den gemeſ⸗ ſenſten Auftrag. Der Papſt, in ſeiner großen Ver⸗ legenheit, trug die Sache einer Verſammlung von Kardinaͤlen vor, beſonders von ſolchen, die bereits ſchon die Nunziatur in Madrid bekleidet und ſomit von den ſpaniſchen Verhaͤltniſſen die meiſte Kunde und die richtigſte Anſicht hatten. Mehrere derſel⸗ ben riethen Sr. Heiligkeit, den Geſandten des Koͤ⸗ niges von Portugal ohne Bedenken anzunehmen, in⸗ dem er blos dazu abgeſchickt worden, dem Papſte den geiſtlichen Gehorſam zu bezeugen. Geſandte duͤrfe der heilige Vater ja auch von den Unglaͤubi⸗ gen annehmen, geſchweige denn von einem der roͤ⸗ miſchen Kirche ſo eifrig zugethanen Fuͤrſten. Des roͤmiſchen Stuhles alter Brauch ſey, den jeweiligen faktiſchen Beſitzer eines Thrones auch fuͤr den recht⸗ maͤßigen anzuerkennen. Ueberdies koͤnnte durch Verweigerung jener Annahme das Intereſſe der katholiſchen Kirche ſehr leicht gefaͤhrdet werden, und das Reich Portugal der Ketzerei heimfallen. Das Sicherſte ſey— meinte Kardinal Bentivoglio, den Großbotſchafter D. Joao's ohne Bedenken zu⸗


