Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1827)
Entstehung
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Kunde vom Verluſte Portugals zu uͤberbringen, bis Olivarez ſelbſt ſich dazu entſchloß, und mit verſtell⸗ ter Heiterkeit D. Philipp IV. Gluͤck zu Vermehrung ſeiner Domaͤnen wuͤnſchte. Auf die Frage des Koͤ⸗ niges, was er damit meine? theilte der Graf die Empoͤrung des Herzoges von Braganza mit, was er als ein Werk des Wahnſinnes, blos verderblich ſeinem Urheber, dem Fiskus aber ſehr nuͤtzlich, hin⸗ ſtellte, indem alle Guͤter des Rebellen und ſeiner Anhaͤnger nunmehr dem Staate verfallen waͤren.

Inzwiſchen blieb es bei dieſer witzigen Prophe⸗ zeihung, und außer kleinen Streifzuͤgen und Schar⸗ muͤtzeln an der Grenze kam es durchaus zu keinem ernſtern Auftritte. Die Regierung des Koͤniges von Spanien begnuͤgte ſich, unſchuldige und wehrloſe Verwandte Johanns IV. zu verfolgen, und bil⸗ dete ſich nicht wenig auf ihren Triumph ein, als der Bruder des portugieſiſchen Monarchen, D. Duarte(Eduard), welcher als General unter den Fahnen des Hauſes Heſterreich diente, durch die ausſtudirteſte Niedertraͤchtigkeit von der Welt, trotz ſeiner allgemein anerkannten Unſchuld, um 30 40,000 Thaler an ſie verkauft und mitten in Teutſchland ausgeliefert wurde. Laͤngere Zeit her⸗ umgeſchleppt und gemißhandelt, ſtarb er zu Mailand in ſeinem Gefaͤngniſſe noch zur rechten Zeit, um nicht gewaltſamen Tod durch Urtheil eines geheimen Gerichtes zu erleiden, welches der feige Madrider Hof uber ihn niedergeſetzt.

Groͤßere Schwierigkeiten, als bei den oben auf⸗ gefuhrten Hoͤfen, fand D. Jvao IV. hinſichtlich

1646