79
Portugal, Graf von Vimioſo, beide von der Seitenlinie des herzoglichen Hauſes. Nachdem man uͤber die Hauptſache allerſeits ſich verſtaͤndigt, wurden zu ihrer rechtlichen Be⸗ gruͤndung vor dem Forum der Diplomatik die An⸗ ſpruͤche hervorgeſucht, welche nach D. Henrique's Tode die Prinzeſſin Donna Katharina gegen die uͤbrigen Bewerber um die Krone Portugals geltend gemacht hatte. Da die Spanier, gleich nach Be⸗ ſitznahme des Reiches, ſaͤmmtliche Kronguͤter nicht ohne Abſicht veraͤußert, ſo wuͤrde es jedem Andern, auch im gluͤcklichſten Falle, ſchwer geworden ſeyn, dieſelben, und ſomit die Koͤnigswuͤrde ſelbſt, aus eigenen Kraͤften wieder herzuſtellen. Allein bei Braganza traf es ſich, daß er Herr des Dritttheiles aller Guͤter im Koͤnigreiche und durch ungeheuere Einkuͤnfte im Beſitze bedeutender Summen, fuͤr alle nothwendigen Unternehmungen und Kaͤmpfe gegen die Uſurpation war, und es fielen daher auch von dieſer Seite alle Bedenklichkeiten weg. Größere Schwierigkeiten erhob das anfaͤngliche Mißtrauen des edeln Herzoges ſelbſt, welches dieſer in ſeine Kraͤfte und in den Erfolg des vorgeſchlage⸗ nen Wageſtuckes ſetzte. So kuͤhn gemuthet auch ſein Vater, Theodoſio, ſich bezeigt, ſo bedaͤchtlich und aͤngſtlich berechnend war der Sohn. Das Bewußt⸗ ſeyn, beim Mißlingen dieſer Sache nicht nur die Hoffnung der Herrſchaft fuͤr immer, ſondern ſelbſt Gut und Leben zu verlieren, erfuͤllte ihn mit ban⸗ gen Bildern, und die Erinnerung an fruͤhere Un⸗ faͤlle der Familie, in ähnlichen Unternehmungen er⸗ litten, ſtellte ſich mit ihrer ganzen Lebhaftigkeit ihm


