Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

68

Endlich, bei Alcantara, ſtieß er auf die Hauptmaſſe der Nationaltruppen, an deren Spitze Koͤnig D. Antonio ſich befand. Nachdem beide Heere uͤber acht Tage lang ſorgfaͤltig ſich beobachtet, wagte der Herzog einen Angriff auf die Portugieſen. D. San⸗ cho Avila, D. Fernando von Toledo, Alba's Sohn, und Proſper Colonna befehligten unter jenem die verſchiedenen Heerabtheilungen und ſchloſſen, da an mehrern Orten zugleich der Fluß Alcantara uͤber⸗ ſetzt und die Bruͤcke genommen wurde, die Portu⸗ gieſen ein, ſo daß der tapferſte Widerſtand vergeb⸗ lich und Antonio zu ſchleunigem Ruͤckzuge nach Lis⸗ boa gezwungen war. Da er hier jedoch keinesweges Sicherheit, noch einigen Haltpunkt fuͤr ſich erſah, ſetzte er ſeine Flucht bis St. Antonio do Tojal fort und verband erſt dort die in der Schlacht empfan⸗ genen Wunden. Darauf ruͤckten die ſiegreichen Spanier in Lisbva ein, und pluͤnderten, zwar nicht die Stadt ſelbſt, wohl aber die Vorſtaͤdte. Auch die aus Indien ſo eben eingelaufenen, mit Schaͤtzen und Waaren reich beladenen, Schiffe wurden fuͤr gute Priſe erklaͤrt.

Bei Oporto hielt der uͤberwundene Monarch mit den inzwiſchen geſammelten Truͤmmern ſeines Heeres Raſt und entſchloß ſich zu fernerem kraft⸗ vollen Widerſtande, indem er auf das Vaterlands⸗ gefuͤhl und die Treue der Portugieſen ſicher rech⸗ nete. Aber die Nationalkraft war durch Parteiung, Verraͤtherei, Beſtechung und die moraliſchen Nach⸗ wirkungen der Niederlage von Alcantara leider ge⸗ brochen. Avila, und bald darauf auch Jago de Cor⸗ duba mit 5500 Mann Fußvolk und einigen Schwa