65
er die diesfalls nothigen Beſtimmungen noch bei Zeiten zu treffen wuͤnſchte, ſo war dennoch der Ein⸗ fluß des Klerus, welcher an Philipp II. hing, auf ihn ſo uͤbermaͤchtig, daß er ſich durchaus keinen Ausdruck ſeines freien Willens erlaubte. Am guͤn⸗ ſtigſten war er fuͤr die Infantin Donna Katharina von Braganz geſtimmt:; ſein Beichtvater aber ſprach fuͤr Spanien, und legte ihm den Vorzug des Letz⸗ tern formlich auf das Gewiſſen. Endlich ſollten die Kortes auf dem Reichstage zu Almerin entſcheiden. Hier aͤußerten ſich die Parteien in ihrer ganzen Hef⸗ tigkeit. Die Abgeordneten der Städte und die Min⸗ derheit des Adels waren fuͤr Donna Katharina: die des Klerus und der Mehrzahl unter den Eblen fuͤr D. Philipp II. Ueber ihrem Streite ging D. in 31. Jan. den ewigen Frieden ein. 1580 Nunmehr herrſchte im Lande Portugal uͤber der Wahl des Nachfolgers die unbeſchreiblichſte Verwirrung. Als Bewerber um den Thron melde⸗ ten ſich und fuͤhrten auf jedem nur denklichen Wege des Rechtes und der Intrike ihre Anſpruche durch: die bereits erwaͤhnte Prinzeſſin Katharina von Braganza, Philipp I. von Spanien, der Herzog Emanuel Philibert von Savoyen, der Prinz Rainutio Farneſe von Parma, und der Maltheſerprior zu Crato, Dom Antonio, Erſtere, als die Tochter des juͤngern Bruders des verſtorbenen Koͤniges, Herzog Duarto de Guimara⸗ nes, und als Gemahlin Joao's von Braganza; der katholiſche Konig, als Sohn Iſabella's der aͤltern Schweſter; der Herzog von Savoyen in der Eigen⸗ Sohn einer dritten Schweſter D. Hein⸗ 14 5


