52
Admiral zum Abzuge von Ormus zwangen. Er ſchwor, nicht eher den Bart ſich wieder ſcheeren zu laſſen, bis Ormus dem Koͤnige Dom Manvel ge⸗ huldigt haben wuͤrde.
Nach dieſem verdrießlichen Ausgange trefflich begonnener Dinge wies Albuquerque zu Cananor die bisher geheimgehaltenen Befehle des Koͤnigs vor, Kraft deren er zum Nachfolger Almeida's er⸗ nannt worden war. Ueber dieſe Abtretung der un⸗ terkoͤniglichen Wuͤrde jedoch kam es zu bitterm Streite, da Almeida Folge verweigerte. Albuquer⸗ que ging daher nach Cochim, Almeida aber zog wider den Emir Hocem und den Fuͤrſten von Diu, Melik⸗Jaz, nahm und verbrannte Dabul und er⸗ zwang auf dieſer Seite den Frieden. Bei ſeiner Ruͤckkehr nach Cochim legte er den vom Koͤnige ſelbſt doch eingeſetzten Nachfolger in Feſſeln, ſtatt den Befehlſtab, wie Albuquerque nun erwartet hatte, an ihn abzutreten. Erſt als Fernando Cou⸗ tinho, mit einer neuen Flotte aus Europa, einge⸗ troffen war, wurden die beiden Helden verſoͤhnt. Almeida wich der Nothwendigkeit und ſteuerte der Heimath zu; aber er ſah dieſelbe niemals wieder, denn die Hottentotten erſchlugen ihn in der Bucht von Saltanha und beinahe ſeine ganze Mannſchaft, in Folge von Unredlichkeiten und Unordnungen, wel⸗ che die Portugieſen bei der Landung ſich hatten zu Schulden kommen laſſen.
D. Alfonſo d'Albuquerque, aller bindenden Ruͤckſichten ledig, verfolgte nun raſtlos ſeine glaͤn⸗ zende Bahn und bildete ſich zu einem Charakter aus, wie das Mittelalter und die neuere Zeit nur


