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Emir Hocem, nach Diu. Dieſe griff den der wah⸗ ren Lage der Dinge unkundigen und darum etwas läſſigen Lorenzo bei Chaul an; nach dreitägiger Ge⸗ genwehr und moͤrderiſchem Blutbade erlagen die Portugieſen; Lorenzo fiel, und das Hauptſchiff ward von Melik⸗Jaz genommen. Die Rache fuͤr dieſe Niederlage und Almeida's Tod war Alfonſo Albuquerque vorbehalten.
Als Unterbefehlshaber Da Cunha's, und zwar mit fuͤnf Segeln, war dieſer tapfere und geniale Mann nach Oſtindien gekommen. Seine Beſtim⸗ mung ging anfaͤnglich dahin, die Einfahrt des ro⸗ then Meeres zu huͤten. Allein groͤßere Unterneh⸗ mungen und Thaten erfuͤllten ſeine Seele. Er dachte an die Eroberung der wichtigſten Haupt⸗ und Handelsſtaͤdte Oſtindiens. Vor allen aber war Ormus, der Stapelvlatz und Mittelpunkt des perſiſchen, indiſchen und arabiſchen Handels, das unverlorne Ziel ſeiner kuͤhnen Wuͤnſche. Schon hatte er, gegen Ende des Herbſtmonds 1507, mit Waffengewalt in jener Stadt ſich angeſiedelt und durch kluge Unterhandlungen Raum fuͤr Anlegung einer Veſte erhalten, namlich einen ſchmalen Strich Landes, welcher die beiden Haͤfen der Stadt von einander trennte, und von dem aus die Haͤfen und die Koͤnigsburg vom Geſchutze beſtrichen werden konnten; als die Geſchicklichkeit des Miniſters Coje⸗ Atar, eines Verſchnittenen, welcher auf den jun⸗ gen Koͤnig von Ormus, Zeifadin, unumſchraͤnkten Einfluß uͤbte, und noch mehr die Verraͤtherei eini⸗ ger Portugieſen ſelbſt, jene Veſte oder ihre Anla⸗ gen in die Gewalt der Eingebornen und den


