ner Amerigo Veſpucei, welcher, durch Kolum⸗ bus Ruhm begeiſtert, zu Aehnlichem ſich berufen
fuͤhlte, und der Krone Spanien ſeine Einſichten,
Erfahrungen und Dienſte anbot. Nachdem er auf mehreren Seefahrten bereits Namen und Ruf ſich erworben, trat er aus dem kaſtiliſchen Dienſte in den des Koͤniges D. Manvel. Mehrere ſeiner Zuͤge, in den Jahren 1501— 1503 unternommen, hatten zwar nicht den gewuͤnſchten Erfolg, wohl aber ent⸗
ꝛ5od deckte und beſichtigte er auf dem vierten das Feſt⸗
land, wohin die ſehnlichen Wuͤnſche der beiden wett⸗ eifernden Koͤnige von Portugal und Spanien gingen. Es iſt ungerecht, dem Amerigo Verdienſt und Ruhm blos aus gekraͤnkter Liebe fuͤr Kolumbus abzuſpre⸗ chen; doch muß jener billig die Palme, als Ent⸗ decker des Kontinentes, der von ihm, durch gluck⸗ lichen Zufall, ſofort den Namen Amerika erhielt, mit dem letztern und mit Cabral theilen, da die bei⸗ den vor Amerigo erwieſenermaßen das feſte Land des vierten Welttheiles erblickt und blos durch die Umſtaͤnde gehindert wurden, gleich damals weitern Gebrauch von ihrer Entdeckung zu machen. Sehr wahrſcheinlich jedoch iſt es, daß Amerigo Veſpucci nicht auf die Berichte Cabrals hin, ſondern durch eigene Muthmaßungen und Forſchungen, beſtimmt und unabhaͤngig von jenem Seemanne, das große Ergebniß gewonnen. Auch Martin Behaims Antheil daran iſt noch nicht mit Sicherheit ausge⸗ mittelt, woran die Eiferſucht der dabei betheiligten Nationen und die Indolenz der Teutſchen gleiche Schuld wohl tragen.
Nachdem D. Manvel I. in dem Lande Braſilien


