Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1827)
Entstehung
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Spiel und man hetzte die Beiden wider einander. Die eigenen Bruͤder des Regenten, obgleich mit Wuͤrden und Reichthuͤmern uͤberhaͤuft, ſchmiedeten Plane, ihn zu ſtuͤrzen, in der Hoffnung, unter der Regierung eines unerfahrenen Juͤnglings ſelbſt herr⸗ ſchen zu koͤnnen, was bei dem großen politiſchen Verſtande und feſten Sinne ihres Bruders dermal noch nicht anging. Es kam zuletzt zu foͤrmlichem Kriege. Auf der Straße nach Lisboa traf Alfonſo auf ſeinen Schwiegervater und Vormund; das Tref⸗ fen ging fuͤr letztern verloren und ein Pfeilſchuß toͤd⸗ tete ihn. Unbegraben lag die Leiche, den Raubvö⸗ geln zur Speiſe, uͤber drei Tage lang auf der Wahl⸗ ſtatt, bis mitleidige Bauern ſie beſtatteten. Bet der peinlichen Unterſuchung aber, welche der junge Koͤnig wider die Anhaͤnger des Erſchlagenen an⸗ ſtellte, ergab ſich keines von allen den Verbrechen, welche man ihm aufgebuͤrdet, und wegen welcher ſo Entſetzliches geſchehen war. Alfonſo fuͤhlte Ge⸗ rechtigkeit genug in ſich, um die Unſchuld des Ge⸗ opferten foͤrmlich anzuerkennen, und ſein verſtoße⸗ nes Weib wieder zu ſich zu nehmen.

Nach dieſer haͤuslichen Kataſtrophe gab der Koͤnig ſeinen Waffen ein edleres Ziel, naͤmlich im Kampfe wider die Mauren in Afrika, an welchen Dom Fernando und die Schmach D. Eduards, ſei⸗ nes Vaters, noch zu raͤchen waren. In zwei Heer⸗ fahrten ſiegreich, gewann er die Staͤdte Alkazar Ceguer, Arzila und Tanger von den Unglaͤubigen wieder, und Portugal feierte mit Jubel den Ruhm des Maurenbezwingers, welcher dem Namen, den

14581471 er trug, die alte Bedeutung aufs Neue gegeben.