——.
——
25
entſchlug ſich nunmehr nach der Ruͤckkehr aller Staatsgeſchaͤfte und widmete ſein noch uͤbriges Le⸗ ben ausſchließlich der Beſchauung des Ueberirdi⸗ ſchen in der Stille eines Karmeliterkloſters zu Liſſabon.
WMehr jedoch als durch gewonnene Schlachten,
eroberte Veſten und geſtiftete Kloͤſter, wurde die
Regierung Dom Joaos durch die Entdeckungsreiſen ſeines Sohnes, des Infanten Heinrich, verherr⸗ licht. Derſelbe, genauer Kenner mathematiſcher Wiſſenſchaften und Freund von Abenteuern zur See, hatte durch eigenes Nachſinnen und beſtaͤrkt durch viele wiſſenſchaftlich gebildete Maͤnner, welche
zu Terca⸗Nabal ſeinen Hofſtaat ausmachten, zur
Ueberzeugung ſich geſteigert, daß das atlantiſche Meer und die Kuͤſte von Afrika auf anderen, als den bisher eingeſchlagenen Wegen entdeckt werden muͤßte. Mit Verachtung alter Vorurtheile, welche die fuͤrch⸗ terlichſten Vorſtellungen von der Einwirkung der gluͤhenden Zone auf verwegene Forſcher gang und gaͤbe gemacht, entſchloß ſich der Infant, alles auf⸗ zubieten, um der Wahrheit naͤher zu kommen. Nachdem er durch Juan Gonzalez Zarco und Tri⸗ ſtran Vaz die erfreuliche Kunde von der Entdeckung einer bisher unbekannten Inſel erhalten, der ſie den Namen„Puerto Santo“ gegeben, beſchloß er ein Neues zu wagen, und die Fahrt von dieſer Inſel aus weiter zu verfolgen. Solches geſchah, und nun wurde auch die holz⸗ und weinreiche Ma⸗ deira, noch heut zu Tage einer der koͤſtlichſten Edelſteine in Portugals Krone, entdeckt. Nach und nach war dies der gleiche Fall bei den uͤbrigen
1420
6


