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Hugo Capets entſoroſſen. Der heiße Drang des Herzens nach Abenteuern und Ruhm, Selbſtſtän⸗ digkeit und Herrſchaft hatte ihn uͤber die Pyrenaͤen gefuͤhrt, nach dem Hofe Alfonſo's VI., der durch Bande des Blutes uͤberdies ihm befreundet war. Hier erſchloß ſich dem Fremdlinge eine glaͤnzende Bahn der Ehren. Zuerſt wurde ihm die Hand der reizenden, aber unſittlichen Infantin, Donna Thereſa, Tochter des Koͤnigs und der Kimena Nuſñez de Guzmann, deren heißes Blut ſie geerbt. Als Heirathsgut brachte dieſe die Herrſchaft uͤber alles Land zwiſchen dem Minho und Duero zu, wel⸗ ches von dem ſchoͤnen Hafen Porto den jetzigen Namen Portugal erhielt. Doch erkannte der Graf, jetzt Dom Henriquez, die Oberhoheit des konig⸗ lichen Schwiegervaters und die Regierung war blos auf die Dauer ſeines Lebens beſchraͤnkt, auch kei⸗ nesweges erblich in der Familie. Nachdem aber ſein Schwert in ſiebzehn Feldſchlachten wider die Un— glaͤubigen ſieghaft geblieben und die Biſchofsſitze Braga, Porto, Lamego, Viſeo und Coimbra durch ihn gegruͤndet worden, ja ſelbſt Lisbva, wiewohl nur vor⸗ uͤbergehend, ſich ihm unterworfen hatte, fuͤgte Alfon⸗ ſo, in Bewunderung ſo hoher Tapferkeit und ande⸗ rer Verdienſte, der koͤniglichen Macht des Eidams auch den Titel bei, welchen bisher die Tochter allein getragen; und die Koͤnigswuͤrde, obgleich mit beſtaͤn⸗ digem Vorbehalte kaſtiliſcher Oberlehnsherrlichkeit, wurde von nun an fuͤr erblich in der Familie erklaͤrt. Im J. 1412 ſtarb D. Henriquez, nicht ohne bange Blicke auf das Betragen ſeiner Gemahlin und die Zu⸗ kunft des kaum zweijaͤhrigen Sohnes Alfonſo.


