Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1827)
Entstehung
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Sieges die Nation durchgluͤht, offenbarte ſich ſelbſt

noch in den Ueberwundenen. Sie kaͤmpften muth⸗ voll fuͤr Pompejus und die Freiheit der Republik, als der große Cäſar und der verſchmitzte Oetavianus den Soldatenruhm und das Syſtem eines milden Deſpotismus an die Stelle der alten Geſetze erho⸗ ben. Endlich empfing, da der Erdkreis gehorchte und allenthalben die Freiheit ſchwieg, der Impera⸗ tor auch ihre Huldigung.

In den langen duͤſtern Zeiten allgemeinen Ge⸗ horſams und truͤgeriſchen Friedens verweichlichte die Kraft des Volkes zuſehends. Durch kuͤnſtliche Ein⸗ impfung des Roͤmerthums, oder deſſen, was da⸗ mals noch dafur galt, verlor der Luſitane ſeinen al⸗ ten Nationalcharakter voͤllig, und ſeine Eigenthuͤm⸗ lichkeit verwiſchte ſich. So blieb er denn, nicht merkwuͤrdiger, als die uͤbrige Reihe unterjochter

Voülker, und durch keine Thaten mehr ausgezeich⸗

net, unter den wechſelnden Graͤueln der Kaiſerherr⸗ ſchaft, ruhiger Zuſchauer derſelben, bis zu jener großen Umwaͤlzung, welche das Weltreich erſchuͤt⸗ terte und ſtuͤrzte. Alanen, Sueven und Weſtgo⸗ then brachen, zu Anfange des fuͤnften Jahrhunderts, hinter einander in die pyrenaiſche Halbinſel ein; den Erſtern war bei der Theilung Luſttanien zuge⸗ fallen: aber die Sieger rieben ſich nach und nach wechſelſeitig ſelber auf; die Alanen, ihr Name und Reich, verſchwanden vor den Sueven; die Sueven vor den Viſigothen, vielleicht dem edelſten aller Germanenvoͤlker. Die Herrſchaft der Letztern ging, in Luſitanien wie in Spanien, an die Mauten uͤber, in jener unheilvollen Kriſis, da die Laſter der Edlen

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