206
von welcher ihr bekannt war, daß Elias dieſelbe nicht guthieß, nämlich über ihre Gier, Geld zu ſammeln.
Auch Thure fand eine große Befriedigung darin bei allen möglichen Fällen Anna's Geiz hervorzuheben, und da er ſomit Lisbeth in ihren Bemühungen, dieſen Fehler zu verſpotten, unterſtützte, ſo hatte dies ſchließ⸗ lich zur Folge, daß Anna den übrigen Theil des Ta⸗ ges ſtill und wortkarg wurde. Wenn dieſe Stimmung bei ihr eingetreten war, dann war es Lisbeth allein, die Fröhlichkeit um ſich verbreitete, obgleich ihr dies niemals in dem Grade wie Anna gelang. So geſchah es, daß dieſer Fehler mehr als dies früher der Fall war, in die Augen fiel. Man fand es ganz merkwürdig, daß ein Mädchen von achtzehn Jahren das Geld ſo ſehr liebte, daß dieſe Liebe die hervorſtehende Eigenſchaft ihres Cha⸗ rakters bildete.
Sie, die früher ſo wenig zur Arbeit geneigt war, ſaß oft die Nächte auf und ſchrieb ab für Elias und Conſtantin und zwar gegen Bezahlung, wenn dies auch ein Geheimniß blieb; der Gerichtsdirektor erfuhr nie, daß es für Geld geſchah.— Jeder legte ſich die Frage vor, was macht ſie mit dieſem Geld? aber Niemand außer Thure wußte es. Ihm war es bekannt, daß ſie daſſelbe in die Sparkaſſe legte, und daß Pehr Gran ihr geheimer Geſchäftsführer bei dieſen Transactivnen ſei.


