Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
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Lisbeth ihrerſeits bot Alles auf, um liebenswürdig zu ſein gegen Elias, und ſie hatte zuweilen die Freude, daß er ſie mit bewundernden Blicken betrachtete. Trat aber Anna auf, dann war es gleich mit der Bewunde⸗ rung Lisbeth's zu Ende. Lisbeth mußte jetzt oft den bitteren Kelch koſten, den Johanna gekoſtet, als die Herren ſie wegen Lisbeth vernachläſſigten. Ohne daß Lisbeth ſelbſt es bemerkte, entſtand natürlich bei ihr eine gewiſſe Bitterkeit gegen Anna. Die ſchöne Lisbeth konnte ſich nicht länger verheimlichen, daß es nunmehr Anna war, an welcher Elias ſeine Freude hatte, ſelbſt wenn er ſich auch für kurze Augenblicke von der Schönheit Lisbeth's bethören ließ.

Anna, die häßliche Anna, hatte ſomit ihren Platz in Elias Herzen eingenommen; dies war ein bitterer Gedanke, und ſie konnte Anna dies nicht verzeihen. Lis⸗ beth wollte das Ideal ſein, das Elias anbeten ſollte, es koſte, was es wolle.

Sie wußte, daß Anna einen Punkt in ihrer Seele beſaß, an welchem ſie verwundbar war, und daß ſie, hier angegriffen, ſtets in ſchlechte Laune gerieth. Da nun Anna's Fröhlichkeit gerade ihre Stärke war, ſo richtete Lisbeth ihre Angriffe gegen dieſen verwundbaren Punkt und machte ſich über eine Schwäche Anna's luſtig,