Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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mit welchem eine Mutter auf ihr ſchlafendes Kind ſieht.

Die innigſte Zärtlichkeit ſprach aus ſeinen Augen, aber eine Zärtlichkeit eben ſo rein und eben ſo ohne allen Egoismus der Leidenſchaft wie die, welche die Mutter für ihr Kind hegt.

Währknd Anna ſchlief, ſann Elias über Weles nach, worüber er früher reflectirt hatte, darunter über verſchiedene Charakterzüge Anna's, denen er bisher kein Gewicht beigelegt hatte. Alle die Eigenheiten Anna's, die das Ziel ſpöttiſcher Bemerkungen geweſen waren, zeigten ſich nun in einem ganz anderen Lichte als früher. Er griff zurück in die Kindheit Anna's und fand, daß alle ihre Handlungen ein ausdauerndes Streben auf das Ziel zeigten, welches ſie ſich für das Leben geſteckt hatte. Die Sparſamkeit und Einfachheit, die ſie ſich zur Regel gemacht hatte, ſchien ihm jetzt eine bewunde⸗ rungswürdige Tugend zu ſein, namentlich weil ſie ſich Alles verſagte, was ſonſt einem jungen Mädchen Freude macht.

Während Lisbeth ihres Geſchmackes wegen berühmt Swar, hatte Anna ſich durch ihre einfache Tracht aus⸗ gezeichnet, war von den jüngern Männern überſehen und verſchmäht worden. Daß ihr ſo viel beſprochener Geiz einen andern Grund als elende Leidenſchaft für