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„Wo ſteckt denn Fräulein Anna?“ fragte der Amts⸗ hauptmann nach einer Weile.
„Sie iſt bei meinem Bruder,“ antwortete Johanna und wurde vor Aerger purpurroth. Der Amtshaupt⸗ mann dachte an Anna, während ſie ſelbſt ſich liebens⸗ würdig und entgegenkommend zeigte; das war doch gar zu abſcheulich.
„Er wird ſie uns doch nicht zu lange vorenthalten,“ fuhr der Amtshauptmann fort,„mein Beſuch gilt namentlich ihr.“
„Nun Sie kommen wol überhaupt ſtets Anna's wegen?“ fiel Thure ein, ebenſo purpurroth wie Johanna.
„Nicht immer, aber ſehr oft,“ erklärte der Amts⸗ hauptmann lächelnd;„wenigſtens haben meine Beſuche in der letzteren Zeit Anna gegolten,“ fügte er hinzu.
Johanna legte den Kopf zurück und ſchaute mit beleidigter Miene erſt Thure, dann den Amtshaupt⸗ mann an.
„Ach ſo, Sie beſuchen Ekholm nur Anna's wegen,“ äußerte Johanna,„das iſt nicht ſehr ſchmeichelhaft für uns Andre und wir werden uns alſo bei Anna für die Ehre dieſer Beſuche bedanken müſſen.“
„Wenn Sie finden, daß die Beſuche des Dankes
werth ſind, ſo iſt Anna allerdings diejenige, der die


