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wurde, daß der junge Mann von Eiferſucht beherrſcht ſei, wobei es aber für ſie ſehr betrübend war, daß ſie nicht annehmen konnte, ſie ſelbſt ſei der Gegenſtand dieſer Eiferſucht, da der Amtshauptmann ſich ja ausſchließ⸗ lich mit Anna beſchäftigte. Johanna wurde düſter und grübelnd, ſie dachte viel an den Exfreier und kam zu dem Schluſſe, es hätte doch wol ſeine An⸗ nehmlichkeiten haben können, die Frau vom Hauſe auf Brotsbacken zu ſein. Sie bot all ihre Liebens⸗ würdigkeit auf, um das Herz zu gewinnen, welches ſie einſt verſchmäht hatte.
An einem ungewöhnlich warmen Nachmittage des Wonnemonats Mai ſaßen die Bewohner von Ekholm, Anna ausgenommen, in der Veranda um den Kaffee⸗ tiſch, als der Amtsauptmann wieder vorfuhr. So⸗ bald er eingetreten war, küßte er mit ritterlicher Ar⸗ tigkeit Johanna die Hand, ſagte Lisbeth einige ſchmei⸗ chelhafte Worte und begrüßte die Herren, worauf er ſich auf einen Stuhl zwiſchen den beiden Damen ſetzte. Johanna ſervirte mit vieler Anmuth den Kaffes und reichte darauf wehmüthig lächelnd gleichfalls eine Taſſe zu Thure hinüber. Gegen Thute hatte Johanna in der letzten Zeit etwas Sanftes, Bekümmertes in Ton und Miene angenommen.


