Teil eines Werkes 
3. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

308

EFlias hielt Sophiens Hände feſt in den ſeinigen geſchloſſen.

Da ſaßen nun dieſe beiden Alten, welche einſt als Kinder durch eine gewiſſe Gleichheit ihres me⸗ lancholiſchen Temperaments ſo zärtlich vereinigt waren.

Die vierzig Jahre, welche dahin geflohen, waren in dieſem Augenblick verſchwunden, und in dem Ge⸗ dächtniſſe des EFlias klangen alle die ſchönen und milden Worte wieder, welche das Kind Sophie zu ihm geſprochen.

Sophie war ihrerſeits ſo aufgeregt, daß ſie ihre Thränen nicht zurückhalten und kein Wort über ihre Lippen bringen konnte.

Elias hob wieder an:

Sophie weint! Schmerzt es Dich, daß der arme Elias endlich diejenige wieder gefunden, welche ihm ſeinen Frieden geraubt? Habe ich mich denn wirklich ſo grauſam gegen Dich verbrochen, daß Du nicht einmal jetzt, wo wir beide am Rande des Grabes ſtehen, Dich an dieſem Wiederſehen freuen kannſt?

Elias, ſagte Sophie mit Anſtrengung, ſprich nicht zu mir, daß ich Dir Schmerz gemacht! Der Höchſte weiß, daß dies nicht meine Abſicht ge⸗ weſen. Ach, mein Freund, ich glaubte, daß Du nur das Gold zu bezahlen wünſchteſt, das Dein Vater mir geſchenkt, und es war mir zuwider, dieſes Gold von demjenigen zu empfangen, welcher einſt mein Herz von ſich geſtoßen. Noch mehr: es begriff in ſich eine Demüthigung, die mein ſtolzer und edler Gatte nicht ertragen konnte. Nun wohlan, ſollte ich,

.