Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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daß ich aufrichtig bin. Ich würde Ihnen treu dienen bis zu meinem Tode, mit der Ergebenheit eines Sohnes und mit der Treue eines Freundes, ſo wahr iſt meine Hochachtung für den Herrn Gra⸗ fen; aber jetzt kann ich es nicht, weil ich J hre Tochter liebe.

Graf Harthon ſaß im Sopha. Bei dieſen Wor⸗ ten ſtand der alte Edelmann auf, als wenn man auf eine Feder gedrückt hätte. Er warf mit einer ſtolzen Bewegung den Kopf zurück und richtete ſeine großen hellblauen Augen auf Valentin, als wenn er Mühe gehabt, ſeinen Ohren zu trauen.

Valentin merkte an der dunklen Flamme, welche über des Grafen Stirne flog, daß er Valentins Er⸗ klärung für eine Beleidigung anſah; darum fügte er, ohne dem Grafen Zeit zu geben, eine Bemerkung zu machen, hinzu:

Von meiner ganzen Seele liebe ich Fräulein Frigga, aber, Herr Graf, für ebenſo unmöglich, wie Sie es halten, Ihre Tochter einem Bürgerlichen geben zu können, ebenſo unmöglich erſcheint es mir, ein Mädchen von Geburt lieben zu können. Ich verlaſſe deßhalb meine Stelle, weil ich mich nicht ſo unbe⸗ dingt auf meinen Verſtand und meine Principien verlaſſe, daß ich nicht fürchten ſollte, das Gefühl könnte dieſe überrumpeln. Ich beabſichtige in fran⸗ zöſiſche Kriegsdienſte zu gehen und werde nicht eher nach Schweden zurückkehren, bevor ich mit vollkom⸗ men kaltem Blut Fräulein Harthon wiederſehen kann.

Jetzt, Herr Graf, habe ich Ihnen alle die Gründe mitgetheilt, welche mich zwingen, Ihre edel⸗ müthige Anerbietung auszuſchlagen. Ich brauche