Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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erloſchen wäre, ſo mußte ſie unwillkürlich erlöſchen, als ich ſie als verheirathet ſah. Ich kann nicht die⸗ jenige lieben, die einem Andern gehört.

Sie haben lange vorher aufgehört es zu thun.

Das gebe ich zu. Meine Eigenliebe konnte es mir nicht verzeihen, daß ich die Sprache der Liebe mit einem Mädchen geſprochen, das ich mir nie zur Gattin wünſchen durfte. Marquis de Maillé's Tochter zur Gattin zu begehren, würde ich mir nie erlaubt haben; und ſie als ein Geſchenk anzunehmen, war ebenſo unmöglich. Meine Reigung hatte mich zum Verräther an meinem Stolz gemacht, und mein Stolz tödtete deßhalb meine Liebe. In meinem Innern betrachtete ich mich als ebenbürtig dem Mar⸗ quis de Maillé; aber die Welt thut es nicht. Es gibt keine Liebe, welche ſtark genug wäre, um mich zu vermögen, ein Weib von hoher Geburt zu meiner Frau zu nehmen,

Und darum verurtheilte Ihr Stolz Lilie zu einer Zukunft ohne alles Glück.

Fräulein Frigga, wäre ich auch ſo unbeſon⸗ nen geweſen, mich durch meine Leidenſchaft dahin bringen zu laſſen, von dem Marquis ſeine Tochter anzunehmen, ſo würde ich ſie auch dann zu einem Leben ohne Glück verurtheilt haben; denn als ihr Mann würde meine Eigenliebe meine Liebe getödtet haben. Ich würde mir nie eine Schwäche verziehen haben, welche mich zu einer Ehe mit einer Perſon veran⸗ laßte, deren Familie der Anſicht war, daß ſie eine Mesalliance gemacht. Meine Zärtlichkeit hätte auf⸗ gehört. Ich handelte deßhalb recht, als ich floh,