Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Diejenigen um ſich, welche ſie liebt, Mann, Kind und Eltern. Als Mutter hat ſie auch neue, theure und heilige Pflichten bekommen.

Das iſt wahr. Frigga ſchwieg eine Zeit⸗ lang und blickte gerade vor ſich hin.

Valentin fing an von Literatur und von einem Roman Walter Scotts zu ſprechen, den er ſoeben zu Ende geleſen.

Plötzlich unterbrach ihn Frigga mit den Worten:

Etwas, womit ich mich nie habe vertragen können, iſt die Leichtigkeit, mit welcher die Menſchen im Allgemeinen Gefühle wechſeln. Es kommt mir vor, als wenn die Beſtändigkeit ein ſchönes Wort ſei, aber in der Wirklichkeit nicht vorhanden.

Sie iſt in Wirklichkeit vorhanden, aber wir unterſchätzen ſie bisweilen und deßhalb werden wir

betrogen, antwortete Valentin. Aber wie kommen Fräulein auf dieſe Gedanken? Durch Lilie und Sie. Sie ſind einmal

heftig in ſie verliebt geweſen und doch ſprechen Sie von ihr, als wenn ſie Ihnen eine ganz gleichgültig Perſon wäre. Sie müſſen zugeben, daß Sie dadurch einen traurigen Beweis liefern, wie leicht es dem Menſchen fällt, ſelbſt die wärmſten Eindrücke zu vergeſſen.

Das liegt in der Naturordnung. Ein Ge⸗ fühl, welches nicht vorwärts geht, muß zurückgehen. Sie haben übrigens Unrecht, wenn Sie behaupten, daß ich der Gräfin Eldau gegenüber kalt hin; im Gegentheil, ich werde immer ein warmes Intereſſe für ſie haben. Aber ſie iſt jetzt die Frau eines

Andern, uud wenn meine Liebe für ſie nicht ſchon