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— Sie zürnten mir einmal, weil ich an Ihnen zweifelte, was müßte ich jetzt thun?
— Was Sie jetzt thun, mir Ihre Hand rei⸗ chen. Ich konnte zweifeln, da ich keine Sünde gegen Ehre und Gewiſſen vorausſetzte. Sie dagegen hatten kein Recht dazu; denn Ihre Zweifel enthiel⸗ ten Mißtrauen zu meinem Rechtsgefühl und meinen Begriffen von Treue und Ehre.
Ich für meinen Theil,— antwortete Frigga, — halte jede Entſtellung der Wahrheit für eine ſolche Sünde. Ihre Zweifel waren darum ebenſo verletzend wie die meinigen; Sie hätten ebenſo über⸗ zeugt von der Unmöglichkeit ſein müſſen, daß ich mich ohne Liebe verheirathen könnte, wie ich es von Ihnen bin.
— Fräulein, zwiſchen uns Beiden iſt ein we⸗ ſentlicher Unterſchied; ich bin ein Mann und beſtimme ſelbſt über meine Schickſale.
— Und ich bin in Anſichten und Gefühlen ebenſo ſelbſtſtändig wie Sie, wenn es die Welt meines Herzens betrifft.
— Sind Sie deſſen gewiß?
— Die Antwort auf dieſe Frage kann nur die Zukunft geben.
Frigga ſtand auf und fügte hinzu:
— Nun, Lieutenant Aurenius, laſſen Sie uns eines unſerer alten Duette ſingen, als Beweis, daß es zwiſchen uns keine Disharmonie gibt.
Volentin ließ die Hand los, welche er eine Zeit lang in der ſeinigen geſchloſſen gehalten, und folgte Frigga in den Salon.


