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aber ich habe nie den Werth ſolcher Opfer begriffen, welche ſich auf Meineid ſtützen.
Frigga blickte hinauf nach dem freien Himmel und fuhr fort:
— Ich habe von Kindern geleſen und auch ſprechen gehört, welche gegen ihren eigenen Wil⸗ len Ehen eingegangen ſind; aber ich habe der⸗ gleichen Handlungen nie gebilligt und nie bewundert. Jedes Opfer muß etwas Gutes zum Zweck haben; aber welches Gute kann dadurch gewonnen werden, daß ich mich ſelbſt und einen andern Menſchen un⸗ glücklich mache, und vor Gott einen Eid auf Et⸗ was leiſte, welches ich weiß, daß es in meinem Innern eine Unwahrheit iſt.— Ich wenigſtens habe eine ſo tiefe Ehrfurcht vor dem Höchſten, daß ich es nie wagen werde, meine Kniee vor ihm zu beugen und einem Manne Treue und Liebe zu ſchwören, welchen ich nicht liebe.
— Die wärmſten Gefühle meines Herzens kann ich zum Schweigen zwingen und ſie ewiger Entſa⸗ gung weihen; aber ich kann nie die Wahrheit und mich ſelbſt dergeſtalt verläugnen, daß ich mein Schick⸗ ſal an einen Mann feſſle, während mein Herz einem andern gehört.
Frigga hatte mit der ergreifenden Betonung ge⸗ ſprochen, welche immer die innere Ueberzeugung be⸗ gleitet.— Valentins Augen ruhten auf ihr.
Welcher auch der Eindruck war, den dieſe Worte auf ihn machten, ſo behielt er ihn in ſeinem Innern, denn ſein Aeußeres blieb vollkommen ruhig.
— Wenn Ihr Herz einem Andern gehört,—


