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welcher im Innern ihrer Eltern wohnte, obgleich ihre Lippen ſchwiegen.
Man konnte ſagen, daß der Graf und die Gräfin beiderſeits zu verbergen ſuchten, wie tief der Kum⸗ mer über den Tod des Sohnes noch war. Ihr Ver⸗ luſt war zu ernſt, daß ſie es ſich erlaubt haben ſollten, denſelben durch irgend eine äußere Oſtentation zu verrathen.
Die Gräfin, welche in Melcer ihren Erſtgebore⸗ nen, ihren einzigen Sohn verloren, kleidete ſich darum nicht in ewige Trauer, oder ſtellte am Grabe Trauer⸗ ſcenen an, ſondern that Alles, damit der Trauer⸗ ſchmuck, in welchen ihr Herz gekleidet war, nicht zu leſen wäre in ihrem Geſicht, und den Mann erinnern möchte an Alles, das ſie in Melcer verloren.
Eine Veränderung war indeſſen mit Valentins Benehmen vor ſich gegangen, die nämlich, daß er ſich im Ganzen weniger mit Frigga beſchäftigte, als früher.— Man ſah ihn nie ſich ihr nähern, nie⸗ mals das Wort an ſie richten. Er ließ ſich gewöhn⸗ lich bei der Gräfin nieder oder politiſirte und ſprach vom Ackerbau mit dem Grafen.
Wandte ſich Frigga an ihn, da war er immer bereit, die Converſation fortzuſezen; aber ſonſt leitete er eine ſolche nie mit ihr ein.
Frigga mit ihrem außerordentlich feinen Gefühl merkte bald, daß Valentin ihr auswich, und die Folge wurde, daß ſie ſich zurückzog und ihn höchſt ſelten anredete.
Begegneten ſie einander auf der Promenade, ſo ſagte Valentin im Vorbeigehen einige verbindliche


