Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Gefühl zuſammengezogen wurde beim Anblick der Veränderung, welche dieſes eine Jahr hervorgebracht.

Graf Harthons ſchönes Haar war faſt ſchneeweiß geworden, ſeine hohe, edle Stirne war von Zügen des Kummers durchfurcht.

Der Prediger begann.

Mit hochgetragenem Haupte wie früher und mit unveränderter Haltung lauſchte der Graf. Es that ſeiner Seele wohl, noch einmal die Worte der Reli⸗ gion von einem Manne ausgeſprochen zu hören, welcher ſo vollkommen würdig war, ein Diener des Herrn zu ſein, wie Aurenius.

Der Text handelte von der„Wiedergeburt“ und wurde vom Propſte auf eine ſolche dem Herzen und dem Verſtande entſprechende Weiſe behandelt, daß jeder, als er Amen ſagte, Troſt und Erbauung von dem empfand, was er gehört. Die Verſammlung verließ die Kirche mit einem Gefühle des Wiederge⸗ borenſeins.

Tief verbeugt betete die Gräfin am Schluß der Predigt. Die hartgeprüfte Mutter flehte um die Wiedergeburt ihrer Seelenkräfte und um Ergebung in die Prüfung.

Auch das Gebet des Grafen war lang. Als er wieder ſeinen ſilberweißen Kopf emporhob, las man in den von Sorgen gepflügten Zügen den inneren Frieden, welcher in dieſem Augenblick ſein Inneres evfüllte.

Der Gottesdienſt war zu Ende. Man trat aus den Stühlen heraus.

Jetzt erſt richtete Valentin ſeine Blicke auf Frigga. Eine warme Röthe bedeckte ihre Wangen,