Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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über die Stirne glitt ein leichter Schatten von Wehmuth.

Auch in die Saiten von Valentins Herz hatte die Sehnſucht gegriffen, und er fühlte vielleicht, wie reich an Freude das Leben ſein konnte, aber wie arm es war.

Nur eine kurze Weile überließ er ſich dieſen Ein⸗ drücken; in dem nächſten Augenblick gab er dem Pferde die Sporen und eilte raſch vorwärts, ohne weder nach rechts noch links zu ſehen.

Er bemerkte auch nicht, daß ſeitwärts am Wege ein junges Mädchen ſaß.

In demſelben Augenblick, wo das Pferd an ihr vorbeiflog, ſtand ſie auf und rief:

— Lieutenant Aurenius!“—

Sofort that Valentin einen Ruck in die Zügel. Er richtete ſeine Blicke auf diejenige, welche ihm zugerufen. Bei ihrem Anblick war er ſofort vom Pferde.

— Fräulein, Sie hier!— ſagte er.— Es hat ſich doch nicht etwas Ungewöhnliches zugetragen, wäh⸗ rend ich abweſend war?—

Er reichte ihr die Hand, um ihr über den Gra⸗ ben zu helfen.

— Nein, Melcer hat den ganzen Tag im tiefen Schlafe gelegen und darum——

— Wagten Sie etwas friſche Luft zu ſchöpfen,— fiel Valentin ein und betrachtete mit Theilnahme Friggas bleiches Antlitz. 1

— Sie ſind eine bewunderungswürdige Schweſter — fügte er hinzu.

— Bewunderungswürdig darum, weil ich meine