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Der Propſt hatte vom Sohne den traurigen Auf⸗ trag bekommen, dem Grafen und der Gräfin mitzu⸗ theilen, daß Melcer, in Folge der Verletzung, welche er am Kopfe erhalten, zeitweiſe an Geiſtesſtörung leide, und daß er jetzt von einem ſolchen Anfall heim⸗ geſucht werde.
Graf Harthon glich einer Bronceſtatue, ſo unbe⸗ weglich war ſein Geſicht, ſo unerſchütterlich ſeine Haltung, als der Propſt mit ſeiner traurigen Mit⸗ theilung zu Ende war.
Friggas Augen hingen an des Vaters edlem Antlitz, welches vom Schmerz gefurcht war, obgleich keine einzige Muskel darin ſich bewegte.
Er hatte den Schlag mit unveränderter Haltung getragen; aber in jedem ſeiner Züge las man, daß derſelbe ſein Herz getroffen.
Wenn Frigga ihrem Gefühle gefolgt wäre, ſo hätte ſie ſich zu den Füßen des Vaters geſtürzt.
Der Schmerz der Gräfin— der Mutter— zwingt uns die Feder niederzulegen. Jede Schilde⸗ rung hieße ihn profaniren. i
Die Zeit, welche jetzt folgte, war mehr als trau⸗ rig, ſie war unheimlich.
Valentin hatte gewiß nach D— geſchickt, um den tüchtigſten Arzt, den man dort hatte, herbeizuſchaf⸗
fen. Aber die Heilkunde war gegenüber dem Uebel, welches jetzt Melcer an das Bett feſſelte, ohnmächtig. Die Schmerzen in ſeinem Kopfe waren ſo ge⸗
waltig, daß ſie ihn in Raſerei verſetzten, und um


