Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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er unpäßlich ſei und über das Ausbleiben Melcers hieß es, er ſei fortgefahren.

Frigga war bleich wie der Tod und antwortete auf alle Fragen über ihr Befinden, daß ſie ein wenig Fieber habe.

Liliens Augen waren roth und zeigten Spuren vergoſſener Thränen. Der Doctor ſah ganz bedenk⸗ lich aus.

Nach dem Frühſtück ſollten alle Gäſte, welche die Weihnachten auf Liungbro zugebracht, davon⸗ reiſen.—

Man hatte denn auch außerordentlich viel mit Abſchiednehmen, Anziehen von Reiſezeug ꝛc. zu thun. Als der letzte Schlitten aus dem Hofe hinausfuhr, ſeufzte Frigga tief, blickte gen Himmel und flüſterte:

— Meine armen Eltern!

Sie blickte hinein in das Zimmer. Im Sopha ſaß der Graf und ſprach mit der Gräfin.

Bei dieſem Anblick rollten die Thränen über Friggas Wangen. Sie wandte ſich wieder weg und blickte durch den Thränenſchleier nach der untern Wohnung, wo ihr unglücklicher Bruder ſich befand.

In demſelben Augenblick kam der Propſt von 8 und nahm ſeinen Weg nach dem großen Flügel.—

— Jetzt!— dachte Frigga und preßte ihre Hände gegen die gequälte Bruſt.

— Der Propſt bittet um eine Unterredung mit dem Grafen und der Gräfin,— lautete die Stimme des Bedienten an der Thüre.

— Er iſt willkommen,— antwortete der Graf.

Was darauf folgte, iſt unnöthig zu erwähnen.