Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

217

Frigga entfernte ſich; aber wenn es ihr Leben gegolten, hätte ſie es doch nicht über ſich gebracht, in die Thurmkammer hinabzugehen.

Sie mußte ſich überzeugen, daß Valentin kein Unglück paſſirte, und blieb deßhalb auf der Treppe ſtehen.

Sowie Frigga fort war, ſprang Valentin auf und ließ Melcer volle Freiheit aufzuſtehen.

— O mein Gott!— was thut er,— dachte Frigga und faltete die Hände.

Von ſeinem Gegner befreit, ſtand Melcer lang⸗ ſam und mit ſichtbarer Anſtrengung auf. Als er ſich endlich wieder auf den Beinen und gerade Va⸗ lentin gegenüber befand, welcher da ſtand, mit den Armen über die Bruſt gekreuzt, ſagte dieſer mit kurzer und beſtimmter Stimme:

— Jetzt will ich, daß der Graf heruntergeht.—

Melcers unruhiger und rollender Blick richtete ſich auf Valentin. Als er Aurenii Augen begegnete, murmelte er einige unzuſammenhängende Worte, ſtrich ſich nachher langſam mit den Händen über die Stirne und reichte darauf die eine Valentin indem er ſtammelte:

— Ich werde Ihnen folgen.

Volentin ſchüttelte ſeine Hand und ſagte;

— Aber der Graf muß vollkommen ruhig ſein. Verſtehen der Graf?

— Ich werde ruhig ſein,— antwortete Melcer. — Mein Kopf, mein Kopf, o, wie ich leide!— fügte er klagend hinzu.

Volentin nahm ihn unter den Arm und führte ihn zur Treppe.