Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

einer großartigen Natur. Die Ausſicht war eine helle und klare. Seine Bruſt wurde durch einen tiefen Seufzer gehoben, und endlich ſagte er, indem er ſich an Frigga wandte:

— Wenn ich als Knabe hier ſtand, fühlte ich mich immer ſtolz bei dem Gedanken, daß ich ein ge⸗ borener Graf und Fideicommiſſär dieſer Burg ſei; — und jezt möchte ich wünſchen einen andern Namen als den Harthon'ſchen zu tragen.

Der Stein, welchen er mit der Hand anſtieß, lockerte ſich und rollte herunter mit einem eigenthüm⸗ lichen tiefen Schall.

Melcer fuhr zuſammen. Im Augenblick verwan⸗ delte ſich der Ausdruck in ſeinen Zügen. Der Blick wurde finſter;— er wandte ſich heftig gegen Frigga und rief:

— Was war das? Hörteſt Du den Schrei, des Alten Verwünſchung?— Unglückliche, was haſt Du gethan.— Du haſt ihn begraben unter den nieder⸗ geſtürzten Steinen.

Melcer faßte Frigga um den Leib, knirſchte mit den Zähnen voller Raſerei und hob ſie hoch in die Luft in der deutlichen Abſicht, ſie über die Bruſt⸗ wehr zu ſchleudern.

— Elender, haſt Du den Alten getödtet, ſo theile ſein Schickſal!— ſagte er unheimlich lachend.

— Melcer!— ſtammelte Frigga.

— Ja, gerade weil Du Melcer biſt, mußt Du ſterben!— rief der wahnſinnige Bruder.

Frigga ſchloß die Augen. Ihr Herz ſtockte Sie erwartete von dem Thurme heruntergeſtürzt zu wer⸗