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Er erbrach ihn und las:
„Sie ſagten, daß Eines von uns Liungbro ver⸗ laſſen müſſe. Sie wiſſen ſchon, daß ich es ſein werde.
Es würde mir lieb geweſen ſein, ein Andenken an Sie mitzunehmen, das meinem Herzen und mei⸗ ner Phantaſie geſchmeichelt; aber nein. Sie haben das nicht gewollt. Jetzt reiſe ich ohne Alles, was meine kranke Seele tröſten könnte.
Ich gleiche einem Menſchen, dem man Alles ge⸗ raubt hat..
Sie ſind der Räuber. Sie haben mir meines Lebens Frieden genommen, und das Einzige, das Sie mir gelaſſen, iſt die Erinnerung an einen ſtrengen und unerbittlichen Richter, welcher ohne Mitleid, ohne ein Gefühl der Schonung ſelbſt das Urtheil zur Aus⸗ führung bringt, das er ſelbſt über das unglückliche Opfer gefällt.
Weder Thränen noch Wehklagen konnten Sie ab⸗ halten. Sie drehten mit kaltblütiger Herzloſigkeit den Stahl in der Armen Bruſt um, ohne ihr irgend einen heilenden Balſam für die Wunde zu reichen.
Sagen Sie mir, mit Ihrer Gerechtigkeitsliebe, begreifen Sie nicht, daß wenn man Alles weggenom⸗ men hat, was ein Anderes liebt, man ihm etwas als Erſatz geben muß.—— Man darf nicht auf eine ſo ſchonungsloſe Weiſe das Leben eines Menſchen zu Grunde richten.
Sie haben mir die Geſchichte meiner Großmuttet mitgetheilt. Sie war traurig und bitter lehrreich. Ich werde nie im Stande ſein, die Lection zu ver⸗
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geſſen, die Sie mir mittelſt derſelben gegeben; aber


