Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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— Sagten Fräulein ein?— fragte Valentin. — Ja, ich habe Ihnen Unrecht gethan und das peinigt mich, ſo daß ich meinen Fehler abbitten muß.

— Fräulein ſind zu gut,— antwortete Valen⸗ tin;— aber ich gebe die Verſicherung, daß jede Abbitte wegen dergleichen Urſachen nicht nöthig iſt. Man thut nur demjenigen Unrecht, deſſen Handlun⸗ gen recht zu beurtheilen, man ſich nicht Zeit gibt und es ſcheint in der That Fräulein ſchwer zu fallen, die meinigen zu verſtehen. Sie ſind nichtsdeſtoweniger ſehr leicht zu begreifen, weil ſie immer den Anforde⸗ rungen der Ehre entſprechen.

— Herr Lieutenant ſind durch mich beleidigt?

— Nein, man wird nicht durch Fräulein beleidigt.

— Aber bös auf mich?— Frigga lächelte.

— Auch das nicht.— Ich fühle blos, daß ich beim Fräulein eine Eigenſchaft unterſchätzt, habe.

— Und welche denn?

— Den Glauben an meine Gewiſſenhaftigkeit. Sie haben zweimal daran gezweifelt. Das iſt zwei⸗ mal zu viel.

Valentin verbeugte ſich und verließ den Salon.

Den Abend brachte er mit Melcer im Pfarrhofe zu. Der junge Graf war den ganzen Tag dort geweſen.

ℳ

Als Valentin Abends heimkam, fand er einen Brief auf ſeinem Nachttiſche liegen. Schwartz, Geburt u. Vildung. II. 4