Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Ihrer Familie mittheilen. Wie ich ſie kennen ge⸗ lernt, kann gleichgültig ſein; genug, wahr iſt ſie.

— Cäſarine Saint Mornoir, ſpätere Marquiſin de Maillé, faßte ganz jung eine heftige Liebe zu Mirabeau; aber da der geiſtreiche Mann von Frank⸗ reichs hohem Adel keineswegs für würdig zu einer Ver⸗ bindung mit ihr gehalten wurde, ſo konnte von einer Partie zwiſchen Graf Saint Mornoirs Tochter und dem„adeligen Plebejer“ keine Rede ſein.

Statt deſſen wurde Cäſarine auf Befehl des Vaters mit Ihrem Großvater verheirathet.

Kurz nach der Heirath ging der Marquis als Ambaſſadör nach irgend einem ausländiſchen Hof. Die junge Frau blieb zurück auf dem Schloſſe Maillé.

Das Schickſal fügte es ſo, daß ſie und Mirabeau einander wiederſahen.

Nach ihrem erſten Zuſammentreffen ſchrieb Cäſa⸗ rine ein Billet an Mirabeau. Sie ſprach darin ihren Wunſch aus, eine Unterredung mit ihm zu haben.

Mirabeau folgte der Einladung;— aber weniger ſtreng in ſeinen Begriffen von Ehre und Pflicht als ausgezeichnet an Geiſt, vergaß er, daß Cäſarine die Frau eines Andern war. Er verweilte in ihrer Nach⸗ barſchaft eine Woche nach der andern, bis eines ſchö⸗ nen Tages der Marquis plötzlich zurückkehrte.

Bei ſeinem unvermutheten Auftreten reiste Mira⸗ beau ab, ohne ſich darnach zu erkundigen, was ſich auf dem Schloſſe zutrage,— wo die erſchütterndſten Scenen ſtattfanden.

Der Marquis war von einem ihm ergebenen Diener, welchen er auf dem Schloß zurückgelaſſen, von ſeiner Frau heimlichen Zuſammenkünften mit