Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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beſtimmtem Willen, machte Valentin darauf Anſpruch, daß man ſeinen Worten unbedingt glauben ſollte. Jeder Zweifel daran wirkte unangenehm und ver⸗ ſtimmte ihn.

Wenn dies im Allgemeinen der Fall war, wie viel mehr dann, wenn ein ſolcher von derjenigen aus⸗ geſprochen wurde, die er zu lieben aufgehört.

Gegen kein Weſen beträgt ſich ein Mann ſo un⸗ verträglich, wie gegen das Weib, dem er einſt ſeine Liebe geſchenkt, die aber ſpäter abgekühlt worden.

Valentin mit allen ſeinen guten Eigenſchaften machte keine Ausnahme von dieſer Regel, und Lilie hätte vorausſehen ſollen, daß ſie gerade in ihm einen ſtrengeren Richter haben würde.

Unglücklich das Weib, welches die Erinnerung an eine Neigung aufzufriſchen ſucht, an die der Mann nicht erinnert ſein mag! Sie kann ſicher ſein, daß er auf eine ungebildete Weiſe ihr zeigen wird, daß ſie das vergeſſen muß, was er bereits vergeſſen.

Zu Valentin's Ruhm muß man jedoch ſagen, daß wenn er Lilie noch liebte, es trotzdem nie paſſiren könnte, daß er ſich ihr genähert oder auf irgend eine Weiſe das zärtliche Verhältniß wieder angeknüpft hätte, ſeit ſie die Frau eines Andern geworden; dazu hatte er zu ſtrenge Rechtsbegriffe.

Aber wir haben die Redenden viel zu lange ver⸗ laſſen, laßt uns deßhalb zu ihnen zurückkehren.

Ohne die verſtörte Miene Lilie's zu beachten, fuhr Valentin fort:

— Ich muß bitten, daß Sie erlauben, daß wir dieſes Thema verlaſſen. Sie können nicht bezweifeln, daß ich Ihr Freund bin, und darum brauche ich nicht