Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Die Gedanken, welche in ihrer Seele erwachten, wa⸗ ren weit davon entfernt, erfreulich zu ſein.

Es war das erſtemal, daß ſie in vollem Ernſt gezwungen war, ſich mit unſeren Vorurtheilen zu be⸗ ſchäftigen.

Frigga hatte ſich bis jetzt nur das Leben von der Sonnenſeite vorgeſtellt, jetzt wurde ihre Aufmerk⸗ ſamkeit auch auf deſſen Schattenſeite gerichtet; und ihr Herz zog ſich beim Anblick all des Kleinlichen, welches ſich rein ihrem inneren Auge darbot, krampf⸗ haft zuſammen⸗

Sie und Valentin näherten ſich indeſſen dem Grafen und der Gräfin, welche aus dem Parke kamen.

Der Graf wandte ſich ſofort an Valentin mit einigen Worten wegen des Landweſens.

Bevor wir in unſerem Bericht weiter gehen, dürfte es nöthig ſein, Etwas über Valentins Auf⸗ enthalt im gräflichen Hauſe zu ſagen.

Der Propſt Aurenius, der Vater Valentins, war einer der wenigen Männer, auf welche Graf Axel Harthon beſondern Werth legte, und das, obgleich der Propſt zu den Liberalen gehörte.

Die Verdienſte des Propſts waren jedoch ſo un⸗ gewöhnlich, daß der Graf mit ſeiner wirklich edeln Denkart vollſtändig die Eigenſchaften ſeines politi⸗ ſchen Gegners würdigte und ihm ſeine ungetheilte Achtung ſchenkte.

Oſt wurde zwiſchen dem Propſt und dem Gra⸗ fen manche heiße Schlacht geliefert, weil des Einen freie Anſichten mit den beſchränkten des Anderen in Stzeit geriethen, doch ohne daß dies einen Einfluß auf Schwartz, Geburt u. Bildung. 1. 2