Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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darf. Man würde ſagen, daß ich meine Tochter an den reichen Junker verkauft hätte.

Nein, Malin, Jenny mag ſich mit dem Käthner Anders verheirathen, wenn ſie Luſt hat, und ich werde einwilligen; aber nie wird ſie meine Ein⸗ willigung zu einer Verbindung mit jenem Hochvor⸗ nehmen erhalten,

Was würde man wohl von mir, einem Liberalen, denken, der ſeine einzige Tochter an einen Ariſtokraten verheirathet. Mein Anſehen auf dem Reichstag

wäre zu Ende, und man würde mich als einen

e betrachten. Daraus wird ſchlechterdings nichts.

Guſtav, jetzt ſtehſt Du unter dem Einfluß des erſten unangenehmen Eindrucks; aber wenn Du nachdenkſt, ſo wirſt Du einſehen, daß Du nicht dus Recht haſt, auf dergleichen Gründe hin das Glück Deiner Tochter zu hindern, und Deine Ein⸗ willigung zu der Wahl, welche ihr Herz gemacht, zu verweigern.

Nein, mein Freund, die Macht der Eltern in dieſer Beziehung muß ſich allein darauf beſchränken, zu erforſchen, ob der Mann, welcher die Hand ihrer Tochter verlangt, ihr Glück bereiten kann; aber vor jedem Band, vor jedem Verſuch ihren Gefühlen

Gewalt anzuthun, müſſen ſie ſich in Acht nehmen

denn die Vorſehung hat nie dem einen Menſchen

ein Recht gegeben, Eingriffe in die Freiheit des

andern zu machen. Malin! ſchrie der Oberſt ungeduldig: Malin legte ihre Hand auf ſeine Schulter,

neigte ſich vor und fragte: