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folgt: Liebſter Guſtav, wenn Du die Kinder züchtigen willſt, ſo darf es nie wegen ſolcher Bagatellen ge⸗ ſchehen; Du flößeſt ihnen nur Furcht ein, und die Furcht tödtet die Liebe. Nein, laß ſie niemals lernen, ſich vor Dir zu fürchten, ſondern gewöhne ſie eher vor allen Dingen daran, Dich zu lieben. Dann ſchlangſt Du Deinen Arm um meinen Hals und blickteſt mich ſo flehend an, daß...
— Daß Du es vorzogſt, ein geliebter Vater ſtatt ein gefürchteter zu ſein.
— Ja, bei Gott, und das habe ich nie bereut.
Weißt Du, Malin, wenn ich recht darüber nach⸗ denke, ſo biſt Du es wohl, welche mich ein Bischen beſſer gemacht hat, als die böſe Sieben, die Sophie.
Hätte ich nicht eine ſo zärtliche, holde und liebe⸗ volle Gattin bekommen, ſo hätten alle die böſen Gewalten die Oberhand in meinem Charakter be⸗ halten; aber Du haſt die guten, welche auf dem Grunde ſchlummerten, hervorgezaubert. Darum, meine kleine Alte, ſpreche mit mir ohne alle Furcht; denn daß Du Etwas auf dem Herzen haſt, ſehe ich deutlich.
— Du haſt recht gerathen. Ich habe wirklich Etwas auf dem Herzen; Jenny hat die Wahl ihres Gatten getroffen.
— Doch wohl nicht den Baron!— rief der Major heftig.
— Doch, gerade ihn.
— Das darf nicht geſchehen. Ich habe es Jenny tauſendmal geſagt, daß ſie nicht einen Edelmann und noch viel weniger einen vom hohen Adel wählen
Schwartz, Zwei Familienmütter. II. 20


