Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

296

ſagte eine Stimme hinter Jenny, welche ſich um⸗ drehte und erröthend ausrief:

— Ah, ſieh der Baron!

Der alte Bergſtröm drehte ſich ebenfalls um, und als der Baron eine tiefe Verbeugung vor ihm machte, ſo reichte er dem jungen Edelmann die Hand mit den Worten:

— Man klagt allgemein, Herr Baron, daß Sie gegenwärtig ſo ſelten Rönby beſuchen. Sollte ich Sie von hier verſcheuchen?

— Ich wollte wünſchen,— antwortete der Ba⸗ ron mit einem Ausdruck voll Adel,— daß mein Anblick keine bitteren Erinnerungen hervorriefe, aber da ich all den Schmerz kenne, welchen ich erregen muß, ſo iſt es meine Pflicht, ſo wenig als möglich die alten Wunden aufzureißen.

— Ueber den Wunden wachſen Narben— und die Narben zeigen nur, wo die Wunden geweſen ſind, aber ſie verurſachen keinen Schmerz; erinnern Sie ſich dieſes, Herr Baron, und laſſen Sie uns beide die Zeit vergeſſen, wo Sie Wunden verſetzten und ich dieſelben empfing. Kommen Sie wieder wie früher nach Rönby, ſonſt würde der alte Bergſtröm dazu verurtheilt werden, dieſe Heimath zu verlaſſen, wo er ſo gut gedeiht und wo er den erlittenen Verluſt vergeſſen hat.

Hierauf drückte er treuherzig die Hand des Ba⸗ rons. Der Schatten von Schmerz, welchen der An⸗ blick des Alten auf der Stirne des Barons hervor⸗ gerufen, klärte ſich auf und er erwiederte den Händedruck mit einem eben ſo treuherzigen.