mein Schwiegerſohn, ſtecken Sie den Verlobungs⸗ ring an die Hand Ihrer Braut. Ich höre die Stimme der Gräfin.
Die Profeſſorin legte Albertinen's Hand in die des Doktors und fügte mit einem ſehr feierlichen Ausdruck in der Stimme hinzu:
— Gott ſegne Euch!
Im nächſten Augenblick traten der Graf und die Gräfin Stormhjelm ein, und die Profeſſorin grüßte ſie mit all ihrer gewöhnlichen Steifheit, worauf ſie den Doktor mit den Worten vorſtellte:
— Der Bräutigam meiner Tochter.
Minna ſchloß unter Thränen und Lachen Alber⸗ tine in ihre Arme; der Graf verbeugte ſich leicht erröthend vor den Verlobten und Minna flüſterte zu dem Doctor:
— Herr Hexenmeiſter, leben Sie ſo glücklich, wie Sie es verdienen und ich wünſche.
Später am Abend, als die übrige Geſellſchaft, die nur aus Verwandten beſtand, verſammelt war, erſchien Martha in der Thüre und machte Albertine ein Zeichen.
Als Albertine in den Saal hinauskam, ſtand Albert dort, bleich, ſtolz und kalt.
— Albert! rief Albertine. Du kommſt. Ach! wie recht haſt Du daran gethan.
— Recht, nein; aber Richard hat mich gezwungen zu kommen und hier bin ich jetzt. Vielleicht willſt Du und er, daß ich vor allen dieſen Fremden meine Mutter um Verzeihung bitten ſoll, weil ſie ein Weib beſchimpft hat, das ich liebe.
Schwartz, Zwei Familenmütter. II. 19


