Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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— Hier bedarf es keiner Verzeihung, ſie wie Du, iſt zu ſtolz, um Andere in die Streitigkeiten einzuweihen, welche Euch trennen; aber Dein Aus⸗ bleiben wäre für mich verletzend, für ſie beleidigend geweſen.

— Nun, darum bin ich hier als Dein Vormund. Was Recht iſt, bin ich bereit zu thun, aber nichts darüber hinaus. Unrecht wäre es, wenn der Bru⸗ der bei der Verlobung der Schweſter fehlte, ſelbſt wenn ein Bruch zwiſchen Mutter und Sohn ſtatt⸗ findet. Ohne auf das zu hören, was Albertine weiter

ſagte, trat Albert in das reich erleuchtete Gemach.

Bei ſeinem Anblick wechſelte die Profeſſorin die Farbe, erwiederte aber ſeinen Gruß auf ihre eigene, abgemeſſene Weiſe. Albert fragte, wie ſie ſich be⸗ fände und die Profeſſorin beantwortete die Frage; hierauf wurde kein Wort zwiſchen Mutter und Sohn gewechſelt.

Die Geſundheit der Verlobten wurde von Albert vorgeſchlagen. Als dieſelbe getrunken war, näherte der Graf ſich Albertine mit den Worten:

— Wenn das Glück uns Sterblichen zulächelt, ſo pflegen wir geneigt zu werden, etwas davon mit unſern Mitmenſchen zu theilen. Sollten Sie

nicht, meine Couſine, mir ein mitleidiges Gefühl ſchenken wollen?

— In welcher Beziehung denn? Sie ſind jung, reich und mit einem liebenswürdigen Weibe, welche Sie lieben, verheirathet; was kann Ihnen fehlen?

— Glück!

— Es ſind nicht Alle, die daſſelbe vertragen