Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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feſſorin Martha mit dem Befehl hinauf, daß ſie ſich beeilen möchte, da die Profeſſorin ihr etwas zu ſa⸗ gen habe.

Martha half ihr, damit es raſcher ginge.

Als Albertine in das Vorgemach eintrat, fand ſie ihre Mutter im Sopha; und vor ihr, mit dem Rücken gegen die Thüre gekehrt, ſtand ein hoher, ſchlanker Mann.

Albertinen's Herz bebte, ſie blieb an der Schwelle ſtehen, denn ſie hielt ſich für ein Opfer eines trü⸗ geriſchen Irrthums. War es nicht Richard's Geſtalt, oder gab es wirklich zwei Menſchen von ſo gleichem Wuchs?

— Trete näher, Albertine, ſagte die Mutter als ſie ſie erblickte; in demſelben Augenblick drehte er ſich um und im Augenblicke fühlte Albertine ſich feſt an Richard's klopfendes Herz gedrückt.

Mit einer vor Bewegung und Glück zitternden Stimme, flüſterte ſie:

— Jetzt biſt Du mein— mein vor Gott und der ganzen Welt.

— Und Deine Mutter hat, hoffe ich, ihre Pflich⸗ ten erfüllt, ohne nöthig zu haben, von Dir ermahnt zu werden, was durch dieſen hier bewieſen wird,— ſagte die Profeſſorin und reichte der Tochter einen glatten Goldring, in welchem der Name Albertinen's und das Datum des Tages ſtanden.

— Gebe Richard denſelben, ſowie meine Ein⸗ willigung zu Eurer Verbindung.

— Sh, Mutter, ſo viele Güte!— rief Al⸗ bertine.. — Ich habe nur meine Pflicht gethan, und jetzt