Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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iſt, ſie, welche eine kalte und öde Kindheit, eine bit⸗ tere und traurige Jugend dahinſchleppte?

Es iſt mein Leben, welches ich von Mama be⸗ gehre; denn dieſe Hoffnungsloſigkeit wird mich tödten.

Albertine war auf ihre Kniee geſunken.

Sie ſchwieg.

Still und unbeweglich, aber bleich ſtand die Pro⸗ feſſorin vor ihr. Nach einer langen Pauſe antwor⸗ tete ſie:

— Stehe auf und glaube einmal für allemal, daß Deine Mutter weiß, was ihre Pflicht iſt und daß ſie übereinſtimmend damit handelt. Es war Manches in Deiner Rede, was meinen Aerger er⸗ regen mußte, aber ich fühle, daß ich recht gehandelt, und in dieſem Bewußtſein lege ich kein Gewicht auf Deine Worte. Stehe auf— und gehe, Dich anzu⸗ ziehen, ich will jetzt, daß Du mir gehorchſt.

Die Profeſſorin zog ihre Hand zurück und ver⸗ ließ das Zimmer.

Albertine lag auf ihren Knieen; einige bittere Thränen rannen über ihre Wangen, und ſie mur⸗ melte:

— Herz von Stein... ohne Mitleid, ohne Liebe, was ſoll ich hoffen können.

Sie ſtand auf und warf den Kopf mit einer ent⸗ ſchloſſenen Bewegung zurück.

— Nun wohl! Du willſt nicht... Du ſtoßeſt mich von Dir; ich will noch einmal fliehen und ihm ſagen, was ich Dir geſagt.

Damit ging ſie auf ihr Zimmer.

Bevor Albertine angezogen war, ſchickte die Pro⸗