Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Weihnachtsabend, wo die Verlobung ſtattfinden ſoll,

nichts von dieſer Unterredung oder deren Reſultat

erfährt. Ich bin ihr eine Belohnung für die Zeit

ſchuldig, wo ſie mich ſo trev pflegte, wenn auch

ihre Sorgfalt aus kaltem Pflichtgefühl entſprang. — Ich werde Ihnen gehorchen

Am Tage vor Weihnachtsabend trat Graf Storm⸗

hielm zu ſeiner Gräfin herein.

— Hier iſt eine Einladung an uns von meiner Tante, der Gräfin H.— Weihnachtsabend bei ihr zuzubringen,— ſagte der Graf und hielt ihr einen Brief hin. Ich hoffe, daß Du die Einladung an⸗ nimmſt.

— Unmöglich, ich habe bereits dieſen Abend meiner Tante, der Profeſſorin, für mich und ſogar für Dich zugeſagt— antwortete Minna.

— So—o, aber ich beklage, daß wir dießmal Deinen Wunſch nicht erfüllen können, weil ich nicht beabſichtigte bei der Gräfin H. zu fehlen,— ant⸗ wortete der Graf ſtolz.

— Sei ſo gut, lieber Erik, und ſpreche nur für eigene Rechnung. Du kannſt gern hingehen, wohin es Dir gefällt, mir iſt an Deiner Geſellſchaft durchaus nichts gelegen. Was mich anbetrifft, ſo fahre ich zu Albertine.

— Du mußt doch immer gegen Alles ſein, was ich will, aber ich muß es Dir gerade herausſagen, a ich dieſe ewigen Rückſichten gegen Albertine ſatt abe.